Ihre Anfrage:

MAINAREAS(P) AND KEYWORD(iff in den Medien)
Ergebnis ID 44142
Zusammenfassung Serie: Finanzmarktkrise Der aufgeklärte Finanzkunde Viele Menschen entscheiden wenig durchdacht, wenn sie ihre Ersparnisse investieren. Doch warum verhalten sich Anleger so?, Die hamburger wirtschaft - ist die offizielle Publikation der Handelskammer Hamburg.
Datenbank Pressearchiv
Sachgruppen SW/Wertpapiere: Aktien, Anleihen, Investmentfonds(Aktien-, Renten-, Misch-,Geldmarktfonds), Aktienbörsen, Broker; SA/Kapitalanlage: Immobilien, Vermögensverwaltung,-beratung, time-sharing, Edelmetalle,; SK/Sparkonten, Sparbuch, Tages-, Festgeld, Bausparen; FL/Financial Literacy
Schlagwörter Kreditkrise; Finanzkrisen; Kreditinstitute; Anlageberatung; Beratungsqualität; Anleger,private; finanzielle Allgemeinbildung; iff-SchülerBanking; iff in den Medien
Länder/Regionen 04EUDE/Germany
Autor/en Jörn Le Cerf / Gabriele Rose
Stücktitel Serie: Finanzmarktkrise Der aufgeklärte Finanzkunde Viele Menschen entscheiden wenig durchdacht, wenn sie ihre Ersparnisse investieren. Doch warum verhalten sich Anleger so?
Quelle Die hamburger wirtschaft - ist die offizielle Publikation der Handelskammer Hamburg.
Verlag zwei:c werbeagentur GmbH
Erscheinungsort Hamburg
Umfang S. 63
Erschienen 2009-08-01 00:00:01
Text Vor dem Kauf einer Waschmaschine studieren viele Leute Testberichte und vergleichen das Preis-Leistungs-Verhältnis. „Dieselben Leute treffen jedoch oft spontane und wenig durchdachte Entscheidungen, wenn sie ihre Ersparnisse investieren“, wundert sich Kay Homann. Gern startet der stellvertretende Geschäftsführer der Hanseatischen Wertpapierbörse mit diesem Hinweis das Seminar „Einführung in das Wertpapiergeschäft“.

Gerade jetzt ist dieses Phänomen von B­edeutung, lenkt es doch den Blick auf eine andere, die Finanzkrise unterstützende Ursache. Zweifellos wären die Fehlentwicklungen und individuellen Vermögensverluste weniger dras­tisch ausgefallen, wenn jeder nur Investitionen getätigt hätte, die er kritisch geprüft und verstanden hat. Doch warum verhält sich der Kunde in finanziellen Angelegenheiten nicht wie beim Kauf einer Waschmaschine? „Im Gegensatz zu Autos oder Bekleidung sind Finanzanlagen abstrakte Produkte, die sich mithilfe unserer Sinne nicht erfassen lassen“, sagt Ingrid Größl, Professorin an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg. „Darüber hinaus laden kleingedruckte Passagen nicht zur ­tieferen Beschäftigung ein. Viele Menschen reduzieren diese Komplexität, indem sie sich vertrauensselig auf die Aussagen von Werbeprospekten, Bankberatern und Rating-Agenturen verlassen.“ Das Verhältnis von Kunden und Banken ist zuletzt schwer belastet worden. „Der eingetretene Vertrauensverlust zur Finanzbranche führt nun in das andere ­Ex­trem einer pauschalen Ablehnung von Finanz­produkten, die man nicht kennt“, so Ingrid Größl.

Um aus dem Dilemma herauszukommen, sind Kunde und Finanzinstitut gefordert, aufeinander zuzugehen. Achim Tiffe, stellvertretender Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff), nimmt die Banken in die Pflicht: „Sie sollten den Verkaufsdruck von ihren Beratern nehmen, sich wieder stärker als Sachwalter ihrer Kunden begreifen und vielleicht auch die eigenen Renditeziele kritisch hinterfragen.“ Eine stärkere Regulierung der Banken kann das eigentliche Problem jedoch nicht lösen. Zusätzliche Auflagen bringen meist weitgehende Dokumentationspflichten mit sich, die von Kunden oft als lästig empfunden werden. „Ohne eigenes Engagement geht es nicht, nur ein aufgeklärter und engagierter Kunde ist ein souveräner Kunde“, betont Größl. Der schrittweise Rückzug des Staates aus der finanziellen Absicherung individueller Lebensläufe mache die Beschäftigung mit Finanzen unverzichtbar. „Finanzielle Allgemeinbildung sollte daher Eingang in die Lehrpläne der Schulen finden.“

Mit dem vom iff entwickelten und von der Schulbehörde sowie der Haspa unterstützten „Schülerbanking“ gibt es in Hamburg bereits eine gemeinsame Initiative von öffentlichem und privatem Sektor. Achim Tiffe: „Das Schülerbanking macht junge Menschen frühzeitig und spielerisch mit Finanzdienstleistungen vertraut.“ Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Schülerbanking sei die interaktive Ausrichtung. „Die Schüler entwickeln an Fallbeispielen konkrete Fragen und werden anhand von Rollenspielen, Gesprächen mit Bankberatern und auch durch Besuche in Bankfilialen mit der Welt der Finanzprodukte vertraut ­gemacht.“

Das Beispiel Schülerbanking zeigt, dass Finanzfragen jungen Menschen durchaus Spaß machen können, wenn man ihnen nur inte­ressante Wege aufzeigt. Die Beschäftigung mit der Materie dürfte sich langfristig lohnen. Dann hat der Kunde nicht nur die beste Waschmaschine, sondern auch Finanzprodukte, die zu seiner individuellen Lebenssituation passen.
Sprache de/german
Datenerfassung IFF : Institut Für Finanzdienstleistungen

Institut Für Finanzdienstleistungen e.V., Rödingsmarkt 31/33, 20459 Hamburg, vertretungsberechtigt und verantwortlich i.S.d. §; 6 MDStV: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor, Telefon: +49 (0)40 309691-0, Fax: +49 (0)40 309691-22, E-mail: info@iff-hamburg.de