Ihre Anfrage:

MAINAREAS(P) AND KEYWORD(iff in den Medien)
Ergebnis ID 45376
Zusammenfassung Brüssel rüffelt Banken für zu hohe Gebühren, Die Welt
Datenbank Pressearchiv
Sachgruppen BA/Kreditinstitute,insgesamt - Finanzkonzerne, Zentralbanken, Staatsbanken; ZG/Current account
Schlagwörter Kreditinstitute; Geschäftspolitik,unseriöse; Privatkundengeschäft; Zahlungsverkehr,bargeldloser; Girokonten; Bankgebühren; Kritik; EU-Kommission; Verbraucherschutz; iff in den Medien
Länder/Regionen 04EUDE/Germany
Autor/en Schiltz, Christoph B. und Seibel, Karsten
Stücktitel Brüssel rüffelt Banken für zu hohe Gebühren
Quelle Die Welt
Verlag Axel Springer Verlag
Erscheinungsort Hamburg
ISSN 0173-8437
Erscheinungsvermerk online
Erschienen 2009-09-23 00:00:00
Text Kontoführung kostet deutschen Verbraucher im Schnitt 89 Euro im Jahr - Kreditkarten besonders teuer.

ie EU-Kommission hat die Höhe der Bankgebühren in Deutschland scharf kritisiert: Die Kontoführungsgebühren seien deutlich höher als in den Nachbarländern Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Insgesamt liege Deutschland beim Vergleich der Kontoführungsgebühren von 27 EU-Ländern an neunter Stelle. Mit 89 Euro jährlich zahlt ein durchschnittlicher Bankkunde in Deutschland fast doppelt so viel wie in den Niederlanden, wo ein vergleichbares Konto nur 46 Euro im Jahr kostet. Die höchsten Gebühren verlangen italienische Banken mit 263 Euro, die niedrigsten Kontoführungsgebühren entrichten Bulgaren mit durchschnittlich 27 Euro jährlich.

"Die Banken haben ihre Kunden im Stich gelassen. Sie müssen ihr Haus endlich wieder in Ordnung bringen", sagte EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva mit Blick auf die Bankgebühren in der EU. Viele Banken verletzten elementare Verbraucherrechte durch versteckte Kosten, undurchsichtige Preisstrukturen und unvollständige Informationen. Kuneva bemängelte, die Preisangaben auf den Internetseiten der Banken seien oft unvollständig. Außerdem seien die großen Unterschiede bei den Kontoführungsgebühren nicht nachvollziehbar.

Die Erkenntnisse der Brüsseler Behörde decken sich weitgehend mit den Einschätzungen von Verbraucherschützern und Finanzexperten. So fordern deutsche Banken nach Angaben der Kommission insbesondere überdurchschnittlich hohe Kreditkartengebühren. Das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF), ein gemeinnütziger Verein für Verbraucher und Anleger, macht seit Jahren auf das Problem der Kreditkarten-Entgelte aufmerksam. "Beim Auslandseinsatz ist für den Verbraucher oft nicht ersichtlich, zu welchen Gebühren die Banken aus der fremden Währung in Euro umrechnen", sagt IFF-Vizechef Achim Tiffe. Er kritisiert auch, dass die Kontoführungsgebühren oft vom monatlichen Geldeingang abhingen: "Ein Hartz IV-Empfänger muss mehr für sein Konto zahlen als ein Gutverdiener", so Tiffe.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht die Entwicklung weniger dramatisch. Finanzexperte Nils Nauhauser sagt, "dass informierte Verbraucher für ihr Konto in Deutschland nicht viel zahlen müssten". Gerade Direktbanken lockten Kunden mit Null-Euro-Konten. Die Kreditkarte gibt es häufig noch kostenlos dazu.

Dagegen halten die meisten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken unbeirrt an Gebühren fest - und sehen trotz der Kritik der EU-Kommission auch keinen Handlungsbedarf. Von Kunden kämen kaum Beschwerden, so eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. "Sie schätzen gerade die flächendeckende Bargeldversorgung in Deutschland." Der Preisvergleich mit kleineren Ländern, wie den Niederlanden oder Luxemburg, greife daher zu kurz.

In ihrem Bericht verwies EU-Kommissarin Kuneva auch noch einmal auf eine Studie des deutschen Bundesministeriums für Verbraucherschutz, in der die Vermögensschäden aufgrund schlechter Beratung auf 20 bis 30 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt werden.
Sprache de/german
Datenerfassung IFF : Institut Für Finanzdienstleistungen

Institut Für Finanzdienstleistungen e.V., Rödingsmarkt 31/33, 20459 Hamburg, vertretungsberechtigt und verantwortlich i.S.d. §; 6 MDStV: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor, Telefon: +49 (0)40 309691-0, Fax: +49 (0)40 309691-22, E-mail: info@iff-hamburg.de