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Online Banking gegen mündige Verbraucher - ING-DIBA hängt ihre Online-Kunden ab.Online-Banking ist schnell, billig, transparent und rund um die Uhr zugänglich. Ist es das aber auch für Verbraucher? ING-DIBA zeigt ihren Kunden zur Zeit, wie man deren Probleme ignorieren kann. Seit dem 18.9.2005 ist für die Kunden, die mit dem Programm Quicken Version ab 2003 ihr DIBA Konto bedienen, der Zugang gesperrt. Wer am Monatsende seine Überweisungen für Miete, Unterhalt, Abonnements etc machen wollte, wurde böse überrascht. Zuerst denkt man, man habe einen Fehler gemacht. Es ging doch letztes Mal noch. Man versucht es verschieden immer wieder. Der Sonntag abend wird zum Schrecken. Schließlich müssen die studierenden Kinder doch auch ihr Geld haben. Nachdem alles nicht funktioniert, lädt man sich das neueste Update von Quicken herunter, und zwar obwohl dort steht, man habe es schon. Man kann ja nie wissen. Es nützt aber nichts. Am nächsten Tag dann das Telefondrama. Da die Quicken Software vorher funktionierte und nachher nicht mehr, mußte die Bank irgendetwas im Zugang verändert haben. Was, das wußte ING-DIBA aber offensichtlich selber nicht. Ihr Telefondienst erwies sich zunächst erst einmal als nicht zuständig. Eine nette Dame verweist auf eine andere Nummer. Dort erhält man diesmal durch Durchschalten einen wiederum freundlichen Herrn bei einer Servicenummer, der darüber Auskunft gibt, dass wohl schon mehr Kunden dies Problem gemeldet hätten. Man müsse sich doch bitte an den Softwarehersteller wenden. Vorher hatte man noch vergeblich auf die Informationsüberfluteten Seiten der DIBA im Netz geschaut, auf denen alles steht, was man nicht braucht aber keine Information über dieses Kundenabschalten. Schon recht im Verzug und verzweifelt, kommt dann die Idee, es über das Banking Modul von T-Online zu versuchen. Tatsächlich, es klappt, musste aber vorher eingerichtet werden und alle Überweisungen müssen neu eingetippt werden, ein wieder abendfüllendes Programm. Das hatte die DIBA ja auch ihren Anrufern teilweise mitgeteilt. Wenn das klappe, sei ihre Aufgabe erfüllt. Aber mit diesem Zugang lassen sich keine Mehrwertsteuerabrechnungen, Vermögensaufstellungen, Barkasse etc verwenden. Die Steuerabrechnung sieht man auch bereits in Gefahr. Bankunabhängige Software ist zu wichtig, als dass man jetzt schon aufgibt. Noch einmal auf die Quicken Home Page. Bei den Q & As kein Hinweis. Dann gibt es dort Gott sei Dank ein Nutzerforum, das wohl unzensiert ist und in dem weder Lexware noch ING-DIBA blättern. Darin lernt man, dass die Odyssee eine ganze Reihe von Verbrauchern betrifft. Einer wähnt sogar darin einen Trick von Lexware, wie man die teure Hotline auslastet. Das ist wohl blanker Unsinn. Keiner aber kommt auf die Idee, dass dies hier ein Bankenproblem ist. Die Lösung hat dann ein Tüftler herausbekommen. „Öffne mit dem Windows-Editor die Datei "C:\Lexware\FPA32\Dat\csub.pro" und lösche die Zeile "BANKVERL 3,0,0,3,3"“. Andere schlagen noch mehr Änderungen vor. Aber es geht. Vermutlich hat der Bankverlag, bei dem eine Reihe von Banken ihr Online-Konto verwalten lassen, den Zugang verändert. Interessant sind dann aber auch die Beiträge der vielen Geprellten, was für Erfahrungen sie mit der ING-DIBA gemacht haben, die man durchaus nachlesen sollte: Hier die Beiträge. Ratschläge wie, es reiche, wenn das Banking von T-Online funktioniere, stehen neben stereotypen Verweisungen an den Softwarehersteller. Was steckt dahinter? Die Banken bieten Online-Konten an, verlangen aber, dass man entweder ihre eigene Software dazu oder einen Standardzugang wählt. Man soll möglichst Daueraufträge und Einzugsermächtigungen geben und sich damit jede Freiheit nehmen, Überweisungen zu ändern, zurückzuhalten und mit dem Mittel Druck auszuüben, das der Verbraucher hat, nämlich der Geldzahlung. Die Banking Funktionen eines kritischen Verbrauchers, mehrere Konten zu benutzen, Bewegungen nachzurechnen, zu konsolidieren, Überziehungsprovisionen vermeiden, Abbuchungen kontrollieren, Kreditkartenumsätze elektronisch überwachen und dabei die unberechtigten Fehlbuchungen entdecken, sollen wohl nicht wahrgenommen werden. Auch zukünftige Funktionen wie automatisierter Kontowechsel, Musterstornierungen, Wertstellungsüberprüfung, Zinssatzänderungskontrolle oder einfach Rosinenpicken bei Sonderangeboten, die alle in einer bankenübergreifenden Software möglich wären, werden damit verhindert, wenn wie jetzt die Herde der treuen oder leidgeprüften Kunden allein die von der eigenen Bank befürwortete oder bereitgestellte Zugangsmöglichkeit nutzt. Die Odyssee derjenigen, die sich nicht so einspannen lassen wollen hat Geschichte. So legten jüngst mit einfachem Schreiben eine Reihe von Sparkassen und Spardabanken den Zugang über BTX lahm. Einige stellten das sechste Sicherheitssystem vor (nach PIN die TAN, die wieder mit mehr Zahlen, dann Dongle, dann Diskette, dann HBCI und dann doch wieder anders), auf das die Fremdsoftware nicht eingerichtet war. Module, wie man auch gegen die gezielte Zugangsverweigerung online bleiben könnte, gab es nicht. Man solle doch die bankeigene Software oder am besten die ohne Kontrollfunktionen ausgestatteten Internetzugänge der Banken direkt nutzen. So etwas nennt man ein vertikales Kartell. Es ist aber auch ein Vertragsbruch. Eine Bank, die die Nutzung online anbietet, muss die Schnittstelle. d.h. die Tür, während der Öffnungszeiten offen halten. Dies ist ihre vertragliche Nebenpflicht. Tut sie dies nicht und schlägt Türen für Kunden zu, so macht sie sich Schadensersatzpflichtig. Banken sind verpflichtet, dem Kunden mitzuteilen, wie d.h. mit welchem Zugang oder technisch mit welcher Schnittstelle sie ihre Pflicht zur Verschaffung und Aufrechterhaltung des Kontozugangs erfüllen wollen. Sie können dem Kunden mitteilen, dass sie keine Software unterstützen, die dem Kunden weiterhin Freiheit von Auswahl und Kontrolle lässt. Dann müssen sie dies aber explizit tun. Erwähnen sie sogar eine Software in ihren Unterlagen dann müssen sie den kontinuierlichen Zugang sichern. Das sollten sie mit den Softwareanbietern vertraglich klären statt ihnen branchenfremde Konkurrenz zu machen und wie Tchibo Kredite so als Bank Software vertreiben. Die Zukunft gehört der bankenunabhängigen Kontosoftware. Nur sie ermöglicht noch Wettbewerb und Selbstbestimmung der Verbraucher. |
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