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Strukturvertriebe: geprellte Anleger und geprellte Vertreter? Eine neue Gruppe www.geprellte-strukkis.de macht auf sich aufmerksam


Strukturvertriebe sind Vermittlergesellschaften, deren Prinzip es in der Vergangenheit war, nach Art eines Schneeballsystems provisionsträchtige Finanzdienstleistungen wie Kapitallebensversicherungen, Bausparverträge aber auch Immobilienfondsanlagen häufig auf Kredit bis hin zu zweifelhaften Steuersparenden sog. Rentenmodellen zu verkaufen. Eine solche Vermittlugsgruppe ist z.B. die Göttinger Gruppe.Ohne dass hier im einzelnen behauptet werden kann (dazu s.u.), dass solche Vertriebe alle nach dem hier beschriebenen System arbeiten. Zu den bekannntesten Strukturvertrieben.zählt man in der Regel Unternehmen wie den AWD, die Deutsche Vermögensverwaltung, Bonnfinanz, OVB und MLP.

Die Provisionen aus Anlagen werden häufig geteilt, so dass jeder Vertreter ein Interesse daran hat, wie beim Schneeballsystem neue Vertreter zu werben, die für ihn mitarbeiten. Mit zum System gehören häufig immense Vorauszahlungen auf angeblich zukünftig sichere Erträge, die als Kredite an die Firma binden und immensen Erfolgsdruck ausüben. Geworben wurden in der Vergangenheit auch viele Personen, die eigentlich von Finanzdienstleistungen keine Ahnung hatten und deren Beitrag vor allem darin bestand, ihr Vertrauen bei Verwandten, Bekannten und Freunden als Verkaufsmotiv einzusetzen. Nach einem anfänglichen Verkaufs- und Provisionserfolg vor allem auch für die Firma und die leitenden Vertreter blieben sie dann häufig auf ihren Schulden sitzen, wenn die Bekanntschaft "verbrannt" war.Unter dem Druck von Schulden, einem harten Konkurrenzsystem mit den anderen Vertretern, deren angebliche Einnahmen auf offenen Wandtafeln in den Zentralen zu bestaunen waren, sowie unterstützt durch merkwürdige Schulungen entstand dadurch ein solcher Verkaufsdruck, dass viele hier Dinge an die Leute brachten, die sie mit ihrem eigenen Gewissen nicht hätten vereinbaren können, wenn ihnen wenigstens bewusst gewesen wäre, was sie taten. Zwar haben viele das geahnt, aber so lange man verdient, mag man nicht nachforschen, wie uns selbst die Banken, die die heißen Anteilscheine des neuen Marktes verkauft haben, vorgemacht haben.

Inzwischen gibt es zwar gesetzliche Mindeststandards für solche Vertreter, allerdings hat die Lobby erreicht, dass der Staat in Deutschland immer noch davon absieht, dies wie bei anderen Vertrauensberufen im Beratungsbereich objektiv überprüfen zu lassen. Einige Strukturvertriebe geloben auch Besserung und wollen nur noch Festangestellte beschäftigen. Ob es stimmt, kann der Kunde herausbekommen, wenn er nach der Provisionsabhänigigkeit des Vertreters fragt.

Strukturvertriebe verdienen zur Zeit ausserordentlich gut und werden von Versicherungen und Banken und natürlich vom grauen Kapitalmarkt hoffiert. Sie haben viel Geld, welches sie zu Werbung, Einflussnahme und auch dazu einsetzen, Kritiker mit Hilfe der Gerichte einzuschüchtern. Deshalb ist es um so bemerkenswerter, nachdem ehemalige Vertreter des AWD mit ihren Äusserungen über ihre Schuldenberge aus den beschriebenen Krediten unter einem Hagel von einstweiligen Verfügungen eher verstummten, dass jetzt eine Gruppe sich an die Öffentlichkeit wagt, die ähnliche Erfahrungen hat.

Sie schreiben in ihrem Brief an das iff:
"Wir sind seit kurzem mit einer Website online, die sich ausschließlich mit den Machenschaften von skrupellosen Strukturvertrieben sowie deren Produktgeber, wie beispielsweise die Südwest Finanzvermittlung AG aus Markdorf am Bodensee beschäftigtDer Domainname lautet www.geprellte-strukkis.de oder www.strukkis.de !

Wie dem Name der Homepage zu entnehmen ist, sind die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, schwerpunktmäßig auf Mitarbeiter bzw. ehemalige Mitarbeiter von sogenannten Allfinanzvertrieben ausgerichtet, die unwissentlich als sogenannte „Quereinsteiger“ diese Produkte an den Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis vermittelt haben. In der Branche auch Strukkis genannt. Was wir uns davon versprechen: Die Seite soll betroffenen Strukkis verdeutlichen, dass eine kooperative Zusammenarbeit mit den geschädigten Anlegern sinnvoll ist, um die verantwortlichen Vertriebe bzw. Produktgeber in die Haftung zu nehmen. Unsere Erfahrungen, die wir persönlich mit ehemaligen Kollegen sammelten, zeigen eindeutig, dass die meisten Strukkis Angst davor haben, wahrheitsgetreue Aussagen zu machen, da ihre Verträge mit den Strukturvertrieben u. a. zahlreiche „Stillschweigklauseln“ enthalten, die mit meist mit extrem hohen Vertragsstrafen untermauert sind. Auch die Scham, gegenüber geschädigten Anlegern mit den Vorkommnissen, die sich tatsächlich hinter den Kulissen dieser sogenannten Allfinanzvertriebe abspielen, lässt viele Strukkis lieber dazu übergehen, im Schadensfall den Kunden gegenüber nichts zu sagen und sich stattdessen an die Anweisungen der Vertriebs- und Produktinitiatoren zu halten.Aus diesem Grund haben wir einen Hilfepool eingerichtet, durch den sich Interessengemeinschaften bilden können, die genauso wie wir, über Strukturvertriebe unter falschen Vorraussetzungen atypisch stille Unternehmensbeteiligungen vermittelt haben.

Besuchen Sie unsere Website und machen Sie sich ein eigenes Bild über unsere Homepage und deren Kundennutzen."

Haustürgeschäfte provisionsabhängiger wenig Vertreter müssen nicht immer schlecht sein. Wie die vielen Schutzgesetze aber zeigen, sind hier die Gefahren für die Verbraucher, reingelegt zu werden, besonders gross. Daher brauchen wir eine kritische Öffentlichkeit frei von Einschüchterungen. Wenn die ehemaligen Vertrter dazustossen, dann ist das auch von Verbraucherseite aus nur zu begrüssen.


Institut Für Finanzdienstleistungen e.V., Rödingsmarkt 31/33, 20459 Hamburg, vertretungsberechtigt und verantwortlich i.S.d. § 6 MDStV: Prof. Dr. Udo Reifner, Direktor, Telefon: +49 (0)40 309691-0, Fax: +49 (0)40 309691-22, E-mail: info@iff-hamburg.de
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